Zauber einer Landschaft

Zauber einer Landschaft

Ein Buch zum Träumen und Spazierengehen

Die Landschaftsmalerei gilt als eine der frühesten Formen einer künstlerischen Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Umwelt. Sie umfasst die Darstellung von Naturausschnitten ebenso wie den von Menschenhand bestimmten Kulturraum. Die „Landschaftsmalerei” mit einem lichtempfindlichen Medium begann dagegen erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts

Die erste Fotografie wurde 1826 durch Joseph Nicéphore Nièpce im Heliografie-Verfahren angefertigt. 1837 benutzte Louis Jacques Mandé Daguerre ein besseres Verfahren, das auf der Entwicklung der Fotos mit Hilfe von Quecksilber-Dämpfen und anschließender Fixierung in einer heißen Kochsalzlösung oder einer normal temperierten Natriumthiosulfatlösung beruhte. Die auf diese Weise hergestellten Bilder, allesamt Unikate auf versilberten Kupferplatten, wurden als Daguerreotypien bezeichnet. Bereits 1835 hatte der Engländer William Fox Talbot das Negativ-Positiv-Verfahren erfunden. Auch heute werden noch manche der historischen Verfahren als Edeldruckverfahren in der Bildenden Kunst und künstlerischen Fotografie verwendet. Soviel zur Technik der Malerei mit Negativ, Positiv und Pixel.

Schon in Texten des 19. Jahrhunderts wurde auf den Kunstcharakter der Fotografie hingewiesen, der mit einem ähnlichen Einsatz der Technik wie bei anderen anerkannten zeitgenössische grafische Verfahren (Aquatinta, Radierung, Lithografie, …) begründet wird. Damit wird die Fotografie in den Adelstand der künstlerischen Verfahren erhoben, mit dem ein Fotograf eigene Bildwirklichkeiten erschafft. Wie die Malerei setzt sich auch die Landschaftsfotografie mit der Abbildung der belebten und unbelebten Umwelt des Menschen auseinander. Sie steht in einem engen Zusammenhang mit der Naturfotografie, der Architekturfotografie, aber auch der Stilllebenfotografie – wenn sich die Betrachtungsräume einer gestalteten Umgebung annähern.

Ihre Pioniere, im 19. Jahrhundert Hermann Krone, im 20. Jahrhundert Ansel Adams, suchten die vom Menschen nicht beeinträchtigte Umwelt zum Mittelpunkt ihrer Arbeit zu machen. Ihr Ziel war die möglichst „naturgetreue” Abbildung. Seit dieser Phase hat sich die Landschaftsfotografie in viele Richtungen entwickelt und die menschliche Intervention in die Landschaft wurde als bestimmendes Element aufgegriffen.

Zauber einer Landschaft - Der Landkreis Forchheim

Wirklich gute Landschaftsfotos sprechen unser Gefühl für Ästhetik an und nehmen uns mit an den Ort, den sie zeigen. Diesen Weg, ein schmaler Grat zwischen Kitsch und Kommerz, hat Herbert Liedel mit seinen einfühlsamen Bildern elegant genommen. Herbert Liedel, Jahrgang 1949, Nürnberger von Geburt – deshalb wohl die Affinität zur fränkischen Landschaft, Diplom-Sozialwirt, bekannter Sport- und Landschaftsfotograf und Filmemacher sowie Autor zahlreicher Bildbände, Kalender und Filme mit Schwerpunkt „Franken”, entführt in die zauberhafte Landschaft des Landkreises Forchheim, in der die Zeit stillzustehen scheint. „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort”, so kann man die Arbeit Herbert Liedels am besten definieren. Sein Gefühl für den richtigen Zeitpunkt und den richtigen Standort zeichnet diesen Lichtbildner aus. Es ist ihm gelungen, die Betrachter des Buches in eine Landschaft zu entführen, die man zu kennen glaubt, aber die durch seine Bilder ganz neue Perspektiven eröffnet. Die Stadt Forchheim, das Walberla, das Wiesenttal oder die „Brauchtumsinsel Effeltrich”, sind nur einige Stationen, die uns Herbert Liedel neu entdecken lässt.

Zauber einer Landschaft - Der Landkreis Forchheim

Die Grafik-Designerin Hannelore Liedel – Herbert Liedels Frau, gestaltet seit über 30 Jahren die Buchveröffentlichungen und Fotoausstellungen ihres Mannes – hat die Bilder gekonnt in Szene Gesetz. Ein unaufgeregtes Layout und eine ausgewogene Typographie geben den Bildern den Raum, den sie brauchen um sich entfalten zu können.

Mit den lebendigen Texten von Thomas Huth, die von der Geschichte hinter den Bildern erzählen, ist das Buch eine sinnliche und sinnreiche Reise durch den Landkreis Forchheim.

Übrigens, Weihnachten ist nicht mehr weit und kommt immer so plötzlich. Der Bildband „Zauber einer Landschaft”, ein schönes Weihnachtsgeschenk, wurde vom Elmar Hahn Verlag in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Forchheim erstellt. Auf 136 Seiten wird ein Überblick über den Landkreis Forchheim mit seinen Gemeinden und deren Schönheiten gegeben. Der Bildband kostet in den Buchhandlungen 24,90 Euro. ISBN 978-3928-645867

Fotos: SB (1), H. Liedel (2)