Ortsdurchfahrt Weiher – Die Erwartungen wurden übertroffen.

Ortsdurchfahrt WeiherBaumaßnahmen dauern in der Regel länger als geplant. Damit muss man rechnen. Und je größer das, was umgesetzt werden soll, desto größer die Spannen. Umso erstaunlicher ist es, dass es gelingen wird, die Ortsdurchfahrt Weiher mit all ihren Besonderheiten in nur einem halben Jahr fertigzustellen. Das liegt nicht nur an den guten Wetterbedingungen, sondern auch an einem optimalen Zusammenspiel aller Beteiligten.

Dem Zeitplan voraus. Anfang November war das vom Staatlichen Bauamt in Nürnberg angepeilte Ziel für die Sanierung der Staatsstraße 2240, der Ortsdurchfahrt Weiher. Begonnen wurde am neunten April und so wie es aussieht, kann die Baumaßnahme bereits Ende September abgeschlossen werden. „Mehr als einen Monat früher als geplant“, freut sich Uttenreuths Bürgermeister Frederic Ruth. Das tolle Sommerwetter der vergangenen Wochen war ein Grund, ein zweiter war das Zusammenspiel zwischen Gemeinde, Staatlichem Bauamt und der ausführenden Firma. Das Unternehmen hat sich, so Ruth, „voll ins Zeug gelegt“, um den Bürgern so schnell wie möglich wieder „Normalität“ zu bieten. „Wo irgend machbar, wurde an mehreren Stellen gleichzeitig gebaut.“ Eine echte Herausforderung für die Koordinatoren. „Allein das Staatliche Bauamt hatte immer Mitarbeiter direkt vor Ort.“

Kurz nach den Sommerferien wird die Durchfahrt wieder möglich sein. Durch den erreichten Baufortschritt kann der Staatsstraßenverkehr voraussichtlich bereits kurz nach den Sommerferien wieder zurückverlegt werden. Das heißt, die großräumige Umleitung hat dann ein Ende. Alles, was noch gemacht werden muss, kann weitgehend ohne größere Eingriffe in den täglichen Verkehr bewerkstelligt werden. Günstiger wird das Ganze dadurch nicht, denn die Arbeiten, die geleistet wurden, bleiben dieselben. „Im Leistungsverzeichnis für die Ortsdurchfahrt Weiher, das rund 500 Seiten umfasst, steht exakt drin, wie jede einzelne Maßnahme auszusehen hat und was sie kostet“, erklärt Frederic Ruth den Vorgang. „Es wurde sehr genau ausgeschrieben und das hat sich bewährt. Es ist ein guter Weg, um im Markt die Firma zu finden, die sich zum einen mit solchen Baumaßnahmen bewährt hat und zum anderen wirtschaftlich arbeitet.“ Dass die Baumaßnahme eine große Belastung für die Bürger bedeutet, hat Ruth noch nie bestritten. „Das steht außer Frage. Aber alle 30 bis 40 Jahre ist das nun mal notwendig. Und was hier geleistet wurde und welches Endergebnis auch durch die Geduld der Bürger geschaffen werden konnte, kann sich sehen lassen: Flüsterasphalt, begrünte Lärmschutzwand, Barrierefreiheit, Verkehrsinsel, breiter Radweg und ein überdachter Fahrradstellplatz an der Bushaltestelle für all diejenigen, die die in Uttenreuth beginnende günstige Tarifzone nach Erlangen nutzen möchten – das sind nur einige Beispiele.

Mit Ampeln gegen den Bürgergroll
Aber natürlich gab es auch Bürger, die nicht ganz so geduldig waren. Und ein paar unschöne Szenen. Unter anderem ist ein Anwohner mit einer Stahlstange auf eine Autofahrerin losgegangen. „Es gibt überall Leute, die überreagieren, da kann man wirklich nur den Kopf schütteln“, meint Ruth. „Aber Gott sei Dank war das eine Ausnahme.“ Damit es so bleibt, haben alle umliegenden Gemeinden in Zusammenarbeit mit der Polizei den Verkehr genau beobachtet und gezählt, haben reagiert und auch mal proaktiv gehandelt, wenn sich Probleme abgezeichnet haben. Zum Beispiel wurden auf der „Abkürzungsstrecke“ von Neunkirchen über Rosenbach nach Weiher Ampeln eingesetzt, um die Verkehrssicherheit vor allem auch für Schulkinder zu gewährleisten. „Natürlich kam es vereinzelt zu deutlich mehr Verkehr. Aber die Polizei hat regelmäßig Kontrollen gemacht und das Schöne ist, fast jeder hat sich an die Geschwindigkeitsbeschränkung gehalten.“

Die nächsten Baumaßnahmen sind bereits in Planung
Wenn die Durchfahrt wieder geöffnet ist, wird bereits das nächste Projekt in Angriff genommen. „Aber das wird nicht zu Verkehrsbehinderungen führen“, beruhigt der Bürgermeister. Ein neuer Dorfplatz, sozusagen eine verkehrsberuhigte Dorfmitte ist geplant. Und zwar am Kreisverkehr in Richtung Rosenbach. „Wir haben hier mit den Bürgern gemeinsam eine neue Verkehrsführung entwickelt. Die Straße bleibt breit genug für Busse und landwirtschaftliche Fahrzeuge und trotzdem springt ein Platz mit einer Größe von 400 Quadratmetern zum Ausruhen heraus: mit Trinkwasserbrunnen, Sitzbänken und schönen großen Bäumen. „Wir haben uns für Linden und Amberbäume entschieden, denn die haben im Herbst eine besonders schöne Färbung.“ Und wenn es gut läuft, dann können wir dieses Schauspiel bereits im Herbst 2019 bewundern.

sb