Im Land der Schwabach

Die SchwabachImmer wieder werden wir vom Schwabachbogen gefragt, was wir denn mit Schwabach zu tun hätten. Mit Schwabach gar nichts, mit der Schwabach allerdings eine ganze Menge. Denn der Verlauf des Flüsschens verbindet die Ortschaften unseres Erscheinungsgebietes.

Am 7. Oktober 1993 erschien der erste Schwabachbogen. Die Idee allerdings ist bereits zwei Jahre früher geboren, als Harry Ebelt und seine Frau mit ihren Kindern nach Neunkirchen zogen. Eine eigenständige kleine Zeitung, über die Grenzen des Örtchens hinaus – das war der Traum des Paares. Sie arbeiteten ein Konzept aus, suchten Mitstreiter und diskutierten abendelang über den Namen, miteinander und mit anderen. Schließlich sollte der Name das gesamte geplante Verteilungsgebiet verbinden. „Gregor Forster war es dann, der die zündende Idee hatte“, erinnert sich Maria-Theresia Ebelt noch heute gerne an den Moment. „Der damalige Neunkirchner Gemeinderat kannte sich bestens in der Gegend aus, Heimatkunde war sozusagen sein Steckenpferd.“ Die Ebelts waren begeistert, der Schwabachbogen geboren.

Die Schwabach ist ein über 30 Kilometer langer Fluss bei uns in Mittelfranken, der in Erlangen von rechts in die ReGnitz mündet. Nicht zu verwechseln mit der der rund 20 Kilometer langen Schwabach, die in der Nähe der gleichnamigen Stadt von links in die ReDnitz einfließt. „Unsere“ Schwabach schlängelt sich sanft durch das Verteilgebiet des Schwabachbogens. Sie entspringt beim Bremenhof in der Nähe der kleinen Ortschaft Pommer am Osthang des Hetzleser Berges, fließt zunächst südöstlich, ab Eckental westlich und dann weiter Richtung Erlangen, unten am Burgberg vorbei, unter Auto- und Bahnbrücken durch, bis sie sich dort ihrem Zielfluss anvertraut, mit dem sie Richtung Main fließt. Auf ihrem Weg in die Hugenottenstadt schlängelt sich die Schwabach durch die Talauen und passiert Kleinsendelbach, Neunkirchen am Brand, Dormitz, Uttenreuth und Buckenhof.

Das erste Mal urkundlich erwähnt wurde das Flüsschen im Jahre 1002, gemeinsam mit Erlangen. Es zeigt sich bisweilen als ganz kultivierter Wasserlauf und dann wieder ursprünglich. Heute setzt man mehr und mehr auf sich schlängelnde, sogenannte mäandernde Flussläufe mit Rückhalte- und Freiflächen, da der Fluss in seiner Naturform bei Überschwemmungen mehr „Ausweichmöglichkeiten“ hat. Renaturierung ist hier das Schlagwort. Von einer solchen Renaturierung profitieren nicht nur die menschlichen Bewohner rund um den Fluss, sondern auch alle anderen an und in ihm ansässigen Lebewesen. Neben Insekten, Fischen, Reptilien und Amphibien ist in den letzten Jahren ein neuer alter Bewohner wieder bei der Schwabach aufgetaucht: der Biber. Wer ihn einmal in Aktion sehen und sich nicht stundenlang auf die Lauer legen möchte, der sollte sich den Film „Im Land der Schwabach“ auf Youtube ansehen. Manfred Keßler sind wunderschöne Aufnahmen rund um das Flüsschen gelungen.

Ein ganzes Jahr lang hat der Rentner und Autodidakt, der inzwischen sogar einen eigenen Youtube-Kanal hat, die Schwabach auf ihrem Lauf begleitet. Ihre Stimmungen in den verschiedenen Jahreszeiten eingefangen und mit viel Geduld und entsprechender Technik ihre Bewohner beobachtet. „Am ursprünglichsten ist die Schwabach an ihrer Quelle oder auch in der Mitte bei den Mühlen“, weiß der Hobbyfilmer. „Aber wirklich an ihr entlangwandern kann man nur von Uttenreuth bis Erlangen.“ Der Film lebt nicht nur von der Orts-, sondern auch von der Zeitachse. Mit zahlreichen Informationen rund um Kultur und Geschichte folgt Manfred Keßler mit seinem Film dem Bogen der Schwabach.

Der Schwabachbogen selbst ist zwar nicht so alt wie sein Namensgeberflüsschen, auf mehr als ein Vierteljahrhundert bringt er es aber immerhin. Und auch, wenn Harry Ebelt inzwischen leider verstorben ist, seine Frau hat das gemeinsame Werk fortgeführt, mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Kinder – immer im Sinne des Vaters.

sb

Bilder Manfred Keßler und Harry Ebelt
Youtube: emka videokanal