Die Lebkuchen, die Runden – die munden

LebkuchenMan hat ihretwegen Kriege geführt und neue Länder entdeckt. Es gab Zeiten, da waren sie wertvoller als Gold und noch lange bevor sie zur Währung aufstiegen, wusste man um ihren heilenden Nutzen: Gewürze.

Früchte, Samen, Rinde und Wurzeln – schon vor Tausenden von Jahren nutzten zum Beispiel die Chinesen und Ägypter die Wirkstoffe – als Mittel gegen Krankheiten, aber auch zur Vorbeugung.

 

Nuss und Mandelkern schützen vor trüber Stimmung
Dass Gewürze wie Zimt, Vanille oder Nelke typisch sind für die Vorweihnachtszeit, kommt daher nicht von ungefähr. Das beste Beispiel sind Lebkuchen. Auch, wenn sie nicht gerade als Diätlebensmittel gelten: Die Bestandteile haben ihren „winterlichen“ Sinn. Neben Mandeln, die eine hohe Menge am Nervenvitamin B enthalten und den Nüssen, deren Inhaltsstoffe wie Kalium und Magnesium den Stresslevel senken, sind es vor allem Gewürze wie Anis, Piment, Koriander, Zimt und Kardamom, die dem Gebäck seinen ganz eigenen Geschmack verleihen. Und die jedes für sich ein eigenes kleines Wunderwerk sind: Anis hilft bei Verdauungsstörungen, Koriander gegen Einschlafschwierigkeiten, Zimt wirkt beruhigend und wärmend und Piment heißt nicht umsonst im Englischen „Allspice“. Es ist ein Gewürz, das über zwei Dutzend Inhaltsstoffe und eine Vielzahl von Heilwirkungen verfügt. Und sogar die dunkle Schokolade, mit der das Weihnachtsgebäck oft überzogen ist, gehört zum Seelen-Wellnessprogramm. Denn in ihr ist Phenylalanin, ein Stoff, den wir jetzt gerade im Winter, dringend brauchen, um unseren (Glücks-) Hormonzustand stabil zu halten.

Reinigung von innen
Da Gewürze früher als Heil- und nicht als Würzmittel verkauft wurden, war der Lebkuchen sozusagen eine Art Medizin und wurde bereits im 14. Jahrhundert das erste Mal erwähnt. Die Gläubigen aßen ihn, um sich von innen zu reinigen. Eine Legende besagt, dass ein Nürnberger Lebküchner sogar seine schwerkranke Tochter Elisabeth mit einem besonders gewürzhaltigen Exemplar geheilt haben soll und noch heute spricht man bei den hochwertigsten aller Lebkuchen, die viel Gewürze aber so gut wie kein Mehl enthalten, von den Elisenlebkuchen.

Lebkuchen: ein Gebäck mit Tradition
Als Kreuzpunkt vieler Handelswege war Nürnberg lange Zeit ein wichtiger Umschlagplatz für exotische Gewürze aus dem Orient, die man allesamt unter dem Namen Pfeffer zusammenfasste. Fraglich ist daher, ob in jedem Pfefferkuchen tatsächlich Pfeffer ist. In Anbetracht dessen, dass er – neben dem Kardamom – als König der Gewürze gilt, so scheint es durchaus plausibel. Beim Honig ist man sich da sicherer. Er gab dem Gebäck die notwendige Süße, lange bevor es Zucker zu kaufen gab. Und durch die vielen Bienenstöcke in den Wäldern rund um Nürnberg saß man ja sozusagen an der Quelle der Rohstoffe.

Safran zaubert Lächeln
Sie mögen keine Süßigkeiten? Oder vertragen keine Nüsse? Macht nichts, man kann die stimmungsaufhellenden und wärmenden Gewürze nämlich auch trinken – als Beigabe im Glühwein. Besonders geeignet sind Zimt, Kardamom, Gewürznelken, Piment und Sternanis. Oder man kann sich mit Safran behelfen. Bereits vor über 3.000 Jahren wurden die Blütenfäden einer Krokusart zum ersten Mal erwähnt und sehr früh hat man herausgefunden, dass er – vor allem in Kombination mit Kurkuma – gegen schlechte Laune wirkt. 15mg Safran zweimal täglich hellen die Stimmung soweit auf, dass Ihnen das Wort „Vorweihnachtsstress“ völlig fremd vorkommen wird.
Dieses alte Lebkuchenrezept wurde über Generationen vererbt und erfüllt alle Ansprüche

Zutaten

  • 400g gemahlene Nüsse
  • 400g gemahlene Mandeln
  • 200g gehobelte Mandeln
  • 10 Bio-Eier
  • 400g Zucker
  • 2 Esslöffel Honig
  • Schale einer ungespritzten Zitrone
  • 2 Päckchen Backpulver (alternativ: Hirschhornsalz)
  • je 2-3 Päckchen Orangeat und Zitronat
  • Gewürze: Zimt, Koriander, etwas Salz, Sternanis, Anis, Fenchel, Muskatblüte, Muskatnuss, Nelke, Kardamom und etwas frisch gemahlenen Pfeffer
  • Dunkle Schokolade zum Glasieren
  • Mandelblätter und Cocktailkirschen zum Garnieren

Die Zutaten mischen und über Nacht stehen lassen. Dann den Teig auf großen, runden Oblaten verteilen und 15 Minuten bei 190° Grad Ober-/Unterhitze backen lassen.

Nach dem Erkalten mit dunkler Schokolade übergießen und mit jeweils vier Mandelblättern und einer halben Belegkirsche blumenförmig verzieren. Am besten schmecken die Lebkuchen, wenn sie einige Zeit in einer Blechdose mit einem Stückchen Apfel aufbewahrt wurden.

sb

Bild: Darius Dzinnik/ ClipDealer