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		<title>Die Grenze ist erreicht</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 16:35:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>conzole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leitartikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Sieben Milliarden Menschen – das ist die Grenze, war der Gelehrte Johann Peter Süßmilch im 18. Jahrhundert sicher. Mehr Menschen, sagte er, würden nicht auf die Erde passen. Statistisch wurde Mensch Nummer sieben Milliarden Ende Oktober geboren – und das Wachstum geht weiter. Vor mehr als 250 Jahren hat der preußische Gelehrte Johann Peter Süßmilch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sieben Milliarden Menschen – das ist die Grenze, war der Gelehrte Johann Peter Süßmilch im 18. Jahrhundert sicher. Mehr Menschen, sagte er, würden nicht auf die Erde passen. Statistisch wurde Mensch Nummer sieben Milliarden Ende Oktober geboren – und das Wachstum geht weiter.</p>
<p>Vor mehr als 250 Jahren hat der preußische Gelehrte Johann Peter Süßmilch die Zahl der Menschen errechnet, die, seiner Ansicht nach, maximal auf der Erde leben könnten: sieben Milliarden. Damals wurde die These belächelt, jetzt kann sie überprüft werden: An diesem Montag ist das Kind geboren worden, mit dem die Men-schheit die Schwelle zu den sieben Milliarden überschreitet. Sie wächst weiter – und alle Probleme dazu.</p>
<p>Als Süßmilch 1741 seine Thesen veröffentlichte, lebten auf der Erde 700 Millionen Menschen. 63 Jahre später, schätzen Experten, war die erste Milliarde erreicht. Es dauerte 123 Jahre bis zur zweiten, 33 bis zur dritten und nur noch 14 Jahre bis zur vierten Milliarde. 13 Jahre später, 1987, wurde dann die fünfte und 1999 die sechste Milliardengrenze überschritten. Jede Minute kommen 150 Menschen dazu, im Jahr fast 80 Millionen – einmal Deutschland alle 365 Tage.</p>
<p>Würden auch alle so leben wie die Deutschen – so viel essen, so viel verbrauchen, so viel verschmutzen – hätte die Erde ihre Tragfähigkeit längst überschritten. Den Begriff hatte Süßmilch geprägt und die Frage beschäftigt seitdem die Experten: wie viele Menschen kann die Erde tragen?</p>
<p><strong>In Deutschland ging als erstes die Bevölkerung zurück</strong><br />
„Die Menschheit hat das Problem bisher besser gemanagt, als viele früher dachten”, sagt John Bongaarts von der New Yorker Denkfabrik Population Council. Denn noch vor 30 Jahren gingen viele bei sieben Milliarden Menschen vom sicheren Kollaps der Erde aus. „Aber trotzdem gibt es klare Zeichen, dass die Umwelt mit der jetzigen Einwohnerzahl überlastet ist”, sagt der Forscher. „Wir könnten noch mehr Menschen ernähren, aber nur, wenn wir noch mehr Natur verbrauchen. Und das würde zwangsläufig in den Untergang führen.”</p>
<p>Doch die Entwicklung ist höchst unterschiedlich. Deutschland war 1972 das erste Industrieland, in dem die Statistiker überrascht feststellten: Die Bevölkerung geht zurück. Heute rechnen Forscher damit, dass es in 50 Jahren 17 Millionen Deutsche weniger geben wird – ein Minus von mehr als einem Fünftel. Gerade den Osten werde es treffen, Sachsen-Anhalt muss gar mit einem Bevölkerungsschwund von 42 Prozent rechnen. Beamte sprechen schon von „Entleerungsgebieten”.</p>
<p>Anderswo explodiert die Bevölkerungszahl ungebremst. „In einigen Ländern sind Kinder immer noch Statussymbole, selbst wenn man sie gar nicht ernähren, geschweige denn bilden kann”, sagt Ute Stallmeister von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung. Deshalb bekämen gerade in armen Ländern Frauen oft sechs, acht oder gar zehn Kinder. „In Somalia sind es im Schnitt 6,4 Kinder pro Frau. Wenn sich das nicht ändert, ist die nächste Hungerkatastrophe sicher.”</p>
<p><strong>Biokraftstoff ist für die Menschen in der Dritten Welt eine Katastrophe</strong><br />
Dabei kann der Planet seine Kinder eigentlich ernähren, glaubt Joel Cohen. „Wir könnten sogar neun, zehn, elf Milliarden Menschen satt machen. Das Getreide ist da, schon heute”, sagt der Professor der New Yorker Rockefeller-Universität. Aber: „Nur 46 Prozent wird gegessen. 34 Prozent wird an Tiere verfüttert, der Rest ist Biosprit und Schmierstoff.” Eine Milliarde Menschen habe ständig Hunger. „Kein Wunder, wenn wir mehr als die Hälfte unserer Nahrungsmittel lieber an Vieh und Maschinen als an Menschen verfüttern.”</p>
<p>Der Biokraftstoff treibe die Preise, rechnet auch Bongaarts vor. „Für uns in den USA oder Deutschland mag das ärgerlich sein. Für Menschen in der Dritten Welt aber ist das eine Katastrophe.”</p>
<p>Bisher ging noch jede Prognose, wann es zu viele Menschen gebe, daneben. Bei Süßmilch waren es Theologen, die eine Milliarde für Unsinn hielten: Für die Auferstehung solcher Massen seien die himmlischen Gefilde gar nicht ausgelegt. Später waren es vor allem Nahrungsmittel, die als Limit herhalten mussten. Doch bis jetzt hat die Menschheit immer noch rechtzeitig eine Ertragssteigerung geschafft &#8211; wenn auch oft auf Kosten der Umwelt. Die Experten sind sich einig, dass Hunger zwar zunächst ein politisches und kein Agrarproblem ist. Doch Hilfe gebe es nur durch Geburtenkontrolle.</p>
<p><strong>Biete Auto gegen Sterilisation</strong><br />
Beispiele wie die in China verordnete Ein-Kind-Ehe werden genannt, doch von Zwang möchte niemand sprechen. Immerhin: Peking hat die Bevölkerungsexplosion zumindest einigermaßen in den Griff bekommen. Im Gegensatz zum zweiten Milliardenvolk: Indien, glauben Statistiker, wird China in zehn Jahren als bevölkerungsreichstes Land ablösen.</p>
<p>„Ein Drittel der Inder sind unter 15. Die bekommen alle noch ihre Kinder. Die Regierung ist deshalb extrem aktiv”, sagt Stallmeister. „Mit einigen guten Ideen, aber auch Druck.” So können Inder ein Auto gewinnen, wenn sie sich sterilisieren lassen. „Von Freiwilligkeit kann da kaum die Rede sein.” Die Stiftung wirbt, nicht nur in Indien, für Aufklärung und freiwillige Geburtenkontrolle. „Weltweit sind ein Drittel der Geburten ungewollt. Wenn wir das in den Griff bekommen, wäre das Problem Überbevölkerung im Wesentlichen gelöst.”</p>
<p>Die Vereinten Nationen gehen heute von 9,2 Milliarden Menschen im Jahr 2050 aus. Und die werden immer älter: Eine Lebenserwartung von 100 Jahren halten viele Wissenschaftler bis 2100 für möglich.</p>
<p>Ein Grund mehr, mit Geburtenkontrolle ungewollte Schwangerschaften zu verhindern. „Wir rechnen mit 215 Millionen Frauen, die verhüten wollen, aber nicht das Material oder das Wissen haben”, sagt Cohen. Das Problem könne mit 6,7 Milliarden Dollar gelöst werden. „Das klingt nach viel”, sagt der Professor. „Aber solange die Amerikaner – wie kürzlich wieder – 6,9 Milliarden nur für Halloween ausgaben, ist das doch gar nicht so viel für die Lösung eines Weltproblems.”</p>
<p>Chris Melzer, Foto: © PDU &#8211; Fotolia.com</p>
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		<title>Die Europäische Lärche ist der Baum des Jahres 2012</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 17:25:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>conzole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leitartikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Dr. Silvius Wodarz, Präsident der Baum des Jahres Stiftung, hat am 20. Oktober in Berlin, die vom Kuratorium Baum des Jahres gewählte Europäische Lärche, Larix decidua, zum Baum des Jahres 2012 ausgerufen. Die Schirmherrschaft hat Frau Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz übernommen. Neue Deutsche Baumkönigin ist Isabel Zindler. Im Jahr 2012 steht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Silvius Wodarz, Präsident der Baum des Jahres Stiftung, hat am 20. Oktober in Berlin, die vom Kuratorium Baum des Jahres gewählte Europäische Lärche, Larix decidua, zum Baum des Jahres 2012 ausgerufen. Die Schirmherrschaft hat Frau Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz übernommen. Neue Deutsche Baumkönigin ist Isabel Zindler.</p>
<p>Im Jahr 2012 steht mit der Europäischen Lärche eine besonders filigrane Baumart im Mittel­punkt. Sie ist ursprünglich ein Baum der Alpen und Karpaten und kommt bis in Höhen­lagen von über 2000 Metern vor. Dort kann sie die Baumgrenze bilden und wichtige Lawinen­schutzfunktionen übernehmen. In Deutschland ist die Europäische Lärche inzwischen in den Mittelgebirgen und auch in der Ebene verbreitet, nimmt aber nur etwa ein Prozent der Waldfläche ein.</p>
<p>Als einzige heimische Nadelbaumart wirft sie ihre Nadeln im Herbst ab und zeigt vorher eine spektakuläre, goldgelbe Herbstfärbung – und das zarte helle Grün der neuen Nadeln im zeitigen Frühjahr ist auch sehr dekorativ. Warum die Europäische Lärche ihre Nadeln im Gegensatz zu all den anderen immergrünen Nadelbäumen abwirft, ist bis­her nicht eindeutig ergründet. Wahrscheinlich, weil sie ohne Nadeln Temperaturextremen besser widerstehen kann – und die kommen in ihrer angestammten Heimat, im Hoch­gebirge, häufig vor. Kaum eine andere heimische Baumart ist so frosthart: Die Lärche hält extreme Minusgrade von bis zu minus 40°C aus.</p>
<p>Dort im Hochgebirge findet man beeindruckende Lärchen – einzeln stehende alte Baumgestalten, die allen Witterungsunbilden widerstanden haben. Sie sind teilweise über 1000 Jahre alt, haben also schon Karl den Großen bei seiner Alpenüberquerung erlebt.</p>
<p><strong>Waldbau<br />
</strong>Besondere Nährstoffansprüche hat die Europäische Lärche nicht. Sie gehört zu den sogenannten Pionierbaumarten, die Rohböden und Kahlflächen als erste besiedeln. Sie ist, wie die anderen Pionierbaumarten auch – beispielsweise Birken oder Kiefern – sehr lichtbedürf­tig („Lichtbaumart“). Später hinzukommende schattenverträgliche Baumarten sind dann konkurrenzkräftiger – so haben sich die Europäischen Lärchen nur in speziellen Gebirgs­räumen oder durch forstliche Hilfe im Flachland halten können.<br />
In Buchenwäldern spielt die Europäische Lärche eine zunehmend wichtige Rolle. Sie trägt dort zur Arten- und Strukturvielfalt bei – und sie liefert eines der wertvollsten und härtes­ten heimischen Nadelhölzer.</p>
<p><strong>Nutzung</strong><br />
Durch den hohen Harzgehalt ist Lärchenholz überaus dauerhaft. Die Bereiche, in de­nen es verwendet wurde und auch heute noch verwendet wird, sind sehr zahlreich, sowohl im Außen- als auch im Innenbereich. Im Außenbereich kommt Lärchenholz ohne Imprägnierung aus. Es ist das beste Holz für Kübel und Bottiche, sagen die Böttcher.</p>
<p>Ein heute schon historisches Bauwerk aus Lärchenholz ist der 1935 errichtete Sende­turm des Senders Gleiwitz (damals Oberschlesien, heute Polen). Der fingierte Überfall auf den Sender diente den Nationalsozialisten als Vorwand für den wenige Stunden später begonnenen Polenfeldzug und markierte somit den Beginn des 2. Weltkrieges. Der 118 Meter hohe Holzturm steht noch heute, er ist der höchste der Welt.</p>
<p>Aus dem Harz der Lärche wird Terpentin gewonnen, daraus dann ein wertvolles Terpentinöl, ein wirksames Heilmittel und die Grundlage für Heilsalben. Rezepte wurden schon bei den Römern beschrieben. Grüne Lärchennadeln als Badezusatz sollen Wunder bewirken und Inhaltsstoffe von Holz und Nadeln werden heute in der Kosmetikindustrie verwendet.</p>
<p><strong>Eine weitere Lärchenart in Deutschland</strong><br />
Die Europäische Lärche hat eine auch in Deutschland verbreitete Schwester, die Japanische Lärche. Diese ist etwas resistenter gegenüber dem Krebsrisiko der Europäischen Lärche. Auch Hybride zwischen diesen beiden Arten kommen vor.</p>
<p><strong>Lärche und Luftqualität</strong><br />
Gegen die meisten Schadstoffe ist die Europäische Lärche relativ tolerant, wohl auch, da sie jeden Nadeljahrgang im Herbst abwirft. Nur Ozon macht ihr Probleme. Nach neues­ten Untersuchungen in England ist die Europäische Lärche die Baumart mit dem höchsten Potenzial zur Verbesserung der Luftqualität in Städten. Es sollten daher mehr Europäische Lär­chen in den Städten gepflanzt werden. Auch in Gärten wäre sie passend: Sie lässt viel Licht durch, treibt sehr früh im Frühling aus und verfärbt sich spät im Herbst.</p>
<p><strong>Mythologie</strong><br />
Die Europäische Lärche war vor allem im Gebirgsraum schon zu Urzeiten von besonde­rer mythologischer Bedeutung. Sie galt als Wohnstatt wohlgesonnener Waldfeen, die verirrte Wanderer auf den rechten Weg geleiteten. Sie gab den Armen Geldbeutel, die nie­mals leer wurden, Brotkästen, die ewig gefüllt blieben und Käselaibe, die stets nachwuchsen.</p>
<p>Weitere Informationen zum Baum des Jahres 2012, der Europäischen Lärche, werden auf <a title="Link zu Baum des Jahres" href="http://www.baum-des-jahres.de">www.baum-des-jahres.de</a> angeboten – auch Baumsteckbriefe und Power-point-­Präsentationen zum kostenlosen Herunterladen.</p>
<p>DGS</p>
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		<title>Lebensmittelkennzeichnung</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Oct 2011 17:20:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>conzole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leitartikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Visitenkarte des Produkts Das Etikett gibt Bescheid darüber, was das Produkt ist, woraus es besteht, wie viel davon in der Packung ist, wie lange es mindestens haltbar ist, wer es hergestellt, verpackt oder gehandelt hat, welcher Charge es angehört, wie viel es kostet und – wenn mit dabei: welche Allergene enthalten sind. Bei so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Visitenkarte des Produkts</strong></p>
<p>Das Etikett gibt Bescheid darüber, was das Produkt ist, woraus es besteht, wie viel davon in der Packung ist, wie lange es mindestens haltbar ist, wer es hergestellt, verpackt oder gehandelt hat, welcher Charge es angehört, wie viel es kostet und – wenn mit dabei: welche Allergene enthalten sind. Bei so mancher Verpackung wird‘s dann schon eng. Doch das ist nicht alles: Die Angaben zu den Nährwerten wollen ebenfalls Platz haben. Und das nun auch noch in (einstweilen) freiwillig erweiterter Form. Zur gesetzlichen Nährwerttabelle gesellt sich immer öfter eine Extra-Nennung der Gehalte an Energie, Zucker, Fett, gesättigten Fettsäuren und Natrium – die erweiterte Nährwertkennzeichnung.</p>
<p>„Mehr Transparenz für die Verbraucher in Europa”, so Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner. „Der Ministerrat der Europäischen Union hat der neuen Lebensmittel-Informationsverordnung zugestimmt. Damit wurde der Kompromiss besiegelt, der im Sommer mit dem Europäischen Parlament ausgehandelt worden war. Nun ist der Weg endgültig frei für eine moderne, verbraucherfreundliche Lebensmittelkennzeichnung.”</p>
<p>„Die neuen Regelungen sind ein wichtiger Schritt für den Verbraucherschutz – dafür haben wir lange gekämpft. In ganz Europa können sich Verbraucherinnen und Verbraucher künftig auf eine transparente und einheitliche Kennzeichnung auf den Lebensmittelverpackungen verlassen“, sagte Ministerin Ilse Aigner in Berlin. In Deutschland gebe es ein großes Angebot an hochwertigen Lebensmitteln und laufend Produktinnovationen. „Die neuen Kennzeichnungsvorschriften erleichtern es Verbrauchern, sich über die Zusammensetzung und Nährstoffgehalte von Lebensmitteln zu informieren, die richtige Auswahl zu treffen und sich ausgewogen zu ernähren“”, so Aigner.</p>
<p><strong>Was muss auf‘s Etikett?</strong><br />
Der Großteil der verpackten Halb- und Fertigprodukte trägt Fantasienamen wie „Happy Day“ und „Gummibärchen“ &#8211; Rückschlüsse auf den Inhalt lassen sie nur zu, wenn man ein Kenner der Werbung ist. Daher ist die handelsübliche Sachbezeichnung (oder Verkehrsbezeichnung), in diesem Fall Orangensaft und Fruchtgummi, eines der wichtigsten Kennzeichnungselemente. Möglich ist auch eine verständliche Beschreibung des Lebensmittels, die Rückschlüsse auf die Art der Ware zulässt. Das wäre bei „Fruchtzwergen“ die Beschreibung „Frischkäse mit Fruchtzubereitung“. Die Verkehrsbezeichnung vereinfacht somit das Identifizieren und das Abgrenzen von Erzeugnissen und schützt vor Täuschung.</p>
<p>Die Angabe des Kaloriengehalts und von sechs Nährstoffen in einer übersichtlichen Tabelle ist künftig verpflichtend. Zur besseren Vergleichbarkeit werden die Nährstoffgehalte künftig immer bezogen auf 100 Gramm oder 100 Milliliter angegeben. Zusätzliche Angaben in Portionen sind möglich. Der Kaloriengehalt und die vier wichtigsten Nährstoffe dürfen auf der Packungsvorderseite außerdem in anschaulicher Weise abgebildet werden, so wie beim „1 plus 4”-Modell des Bundesverbraucherministeriums. Ein Großteil der Hersteller in Deutschland hat dieses Modell bereits freiwillig umgesetzt. Für alle Hersteller gilt: Sämtliche Pflichtangaben müssen gut lesbar sein und mindestens in 1,2 Millimeter großer Schrift gedruckt werden.</p>
<p><strong>Analogkäse und Klebefleisch</strong><br />
Zum Schutz der Verbraucher vor Täuschung wurden für Lebensmittelimitate spezielle Kennzeichnungsvorschriften festgelegt. Bei der Verwendung von Lebensmittelimitaten wie z.B. „Analogkäse” muss der ersatzweise verwendete Stoff in unmittelbarer Nähe des Produktnamens angegeben werden. Die Schriftgröße der Imitatkennzeichnung muss mindestens 75 Prozent der Größe des Produktnamens betragen. Die Verwendung von „Klebefleisch” muss mit dem Hinweis „aus Fleischstücken zusammengefügt” kenntlich gemacht werden. Bei Fischereierzeugnissen gilt dies entsprechend. „Es ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Verbraucher vor Täuschung, dass die EU eine neue europaweit verbindliche und auf der Verpackung hervorgehobene Kennzeichnung von Schinken- und Käse-Imitaten beschlossen hat”, erklärte Bundesministerin Aigner.</p>
<p>Weitere Neuerungen: Stoffe, die allergische Reaktionen hervorrufen können, müssen künftig in der Zutatenliste auf verpackten Lebensmitteln hervorgehoben werden (z.B. farblich unterlegt). Auch bei nicht verpackten Lebensmitteln, so genannter „loser Ware”, ist die Kennzeichnung von Allergenen nun verpflichtend, die Ausgestaltung liegt im Zuständigkeitsbereich der Mitgliedstaaten. Für Kinder, Schwangere und Stillende gibt es Warnhinweise auf koffeinhaltigen Lebensmitteln, beispielsweise auf „Energy Drinks”.</p>
<p>Bei alkoholhaltigen Getränken ist zunächst eine Prüfung der EU-Kommission abzuwarten, ob auch für alkoholhaltige Getränke ein Zutatenverzeichnis und eine verpflichtende Nährwertdeklaration vorzusehen sind. Dabei wird auch die von Deutschland geforderte Kennzeichnung von Alkopops Berücksichtigung finden.</p>
<p>Nachdem die Herkunftskennzeichnung für Rindfleisch bereits seit dem Jahr 2000 vorgeschrieben ist, muss künftig auch für Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch die Herkunft angegeben werden. Einzelheiten wird die Europäische Kommission gemeinsam mit den Mitgliedstaaten noch festlegen. Für weitere Fleischarten und für Fleisch als Zutat soll die EU-Kommission Berichte in absehbarer Zeit vorlegen und auf dieser Grundlage Vorschläge unterbreiten. Wenn die Zutaten für ein Lebensmittel woanders herkommen als aus dem ausgelobten Herkunftsort, muss darauf gesondert hingewiesen werden.</p>
<p>Die Verordnung wird nach dem Beschluss des Ministerrates im Amtsblatt der EU veröffentlicht und tritt 20 Tage später in Kraft. Damit sich alle Seiten – Wirtschaft und Verbraucher – auf die neuen Regelungen einstellen können, kommen diese drei Jahre nach Inkrafttreten zur Anwendung; die obligatorische Nährwertkennzeichnung wird laut EU erst nach fünf Jahren verbindlich.</p>
<p><strong>Nährwertkennzeichnung</strong><br />
Die Kennzeichnung des Energiegehaltes sowie der Mengen an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz ist für fertig abgepackte Lebensmittel verpflichtend und erfolgt in einer Tabelle, in der Regel auf der Rückseite. Die Nährstoffgehalte müssen bezogen auf 100 Gramm oder 100 Milliliter angegeben werden. Zusätzliche Angaben pro Portion sind zulässig. Im Hauptsichtfeld der Verpackung dürfen der Kaloriengehalt und die vier wichtigsten Nährstoffe besonders herausgestellt werden. Auch die Richtwerte für die Tageszufuhr der einzelnen Nährstoffe darf angegeben werden.</p>
<p><strong>Trans-Fettsäuren</strong><br />
Trans-Fettsäuren (TFS) wurden zunächst nicht in die Liste der Stoffe aufgenommen, die bei der Nährwertkennzeichnung zusätzlich angegeben werden können. Innerhalb von drei Jahren wird die Kommission einen Bericht über das Vorkommen von TFS in Lebensmitteln in Europa vorlegen, geeignete Empfehlungen geben oder Rechtsvorschriften vorschlagen. Neben Kennzeichnungsvorschriften soll auch die Beschränkung der Verwendung von TFS untersucht werden.</p>
<p><strong>Allergene</strong><br />
Stoffe, die bei manchen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen können, müssen in der Zutatenliste hervorgehoben werden (z.B. farblich unterlegt). Auch bei nicht verpackten Lebensmitteln (sogenannter loser Ware) ist die Kennzeichnung von Allergenen verpflichtend. Die Art und Weise der Angabe bei loser Ware fällt in die Regelungskompetenz der Mitgliedstaaten.</p>
<p><strong>Mindestschriftgröße</strong><br />
Alle verpflichtenden Informationen müssen gut lesbar sein und mindestens in 1,2 mm großer Schrift – bezogen auf das kleine „x”, also den mittleren Teil eines Buchstabens – gedruckt werden.</p>
<p><strong>Herkunftskennzeichnung</strong><br />
Die Herkunft von Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch muss künftig angegeben werden. Die Art und Weise der Angabe wird aber noch festgelegt. Für andere Fleischarten und für Fleisch als Zutat wird die Kommission Berichte vorlegen, auf deren Grundlage über die Herkunftskennzeichnung entschieden wird.</p>
<p><strong>Angabe des Einfrierdatums</strong><br />
Bei gefrorenem Fleisch, Fleischerzeugnissen und unverarbeiteten Fischereierzeugnissen muss das Einfrierdatum bzw. das Datum des ersten Einfrierens angegeben werden, wenn das Produkt mehr als einmal eingefroren wurde.</p>
<p><strong>Hersteller, Verpacker oder Verkäufer</strong><br />
Jedes verpackte Lebensmittel muss den Namen und die Anschrift des erzeugenden oder verpackenden Unternehmens oder eines in einem EU-Mitgliedsland niedergelassenen Verkäufers anführen. Dies ermöglicht den direkten Kontakt mit den Verantwortlichen bei Reklamationen oder Problemen mit einem Lebensmittel.</p>
<p><strong>Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum</strong><br />
Die Kennzeichnung „mindestens haltbar bis…” informiert, bis zu welchem Zeitpunkt die Ware ihre spezifischen Eigenschaften behält – vorausgesetzt, sie wird entsprechend gelagert. Das Informationsdatum ist keine Qualitätsgarantie und legt auch nicht fest, bis wann das Lebensmittel verzehrt werden muss. Es besteht aus der Angabe von Tag, Monat und Jahr – außer bei Lebensmitteln, deren Haltbarkeit weniger als drei Monate beträgt (hier reicht die Angabe des Tages und des Monats aus), deren Haltbarkeit höchstens 18 Monate beträgt (hier reicht die Angabe des Monats und des Jahres aus) oder deren Haltbarkeit mehr als 18 Monate beträgt (hier reicht die Angabe des Jahres aus).</p>
<p>Waren, bei denen die Zeit bis Ende der Ablauffrist nur noch kurz ist, werden in den Geschäften oft billiger angeboten. Ist die Mindesthaltbarkeit abgelaufen, ist das Lebensmittel nicht automatisch mangelhaft. Der Verkauf ist weiterhin erlaubt – das Lebensmittel muss aber dann diesbezüglich deutlich gekennzeichnet sein.</p>
<p>Die Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums ist nicht zwingend bei unbehandeltem frischen Obst und Gemüse, Wein und Getränken mit einem Alkoholgehalt von zehn oder mehr Volumenprozent, alkoholfreien Erfrischungsgetränken, Fruchtsäften, Fruchtnektar und alkoholischen Getränken in Einzelbehältnissen von mehr als fünf Litern, die an gemeinschaftliche Einrichtungen geliefert werden, Backwaren, Süßwaren und Feingebäck, die ihrer Art nach normalerweise innerhalb von 24 Stunden nach der Herstellung verzehrt werden, Essig, Speisesalz, Zucker in fester Form, Kaugummi und bei portioniertem Speiseeis.</p>
<p>Sehr leicht verderbliche Lebensmittel können bereits nach kur-zer Zeit eine unmittelbare Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen. Sie müssen mit einem Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis…”) ausgestattet sein und dürfen nach Ablauf dieser Frist nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Dies kann – im Gegensatz zur Regelung bei der Mindesthaltbarkeitsfrist – auch nicht durch die Information des Verbrauchers aufgehoben werden.</p>
<p>Sofern es für die Haltbarkeit wesentlich ist, sind auch Temperatur- und Lagerbedingungen anzugeben, wie „kühl”, „vor Wärme schützen”, „trocken”, „lichtgeschützt”.</p>
<p>Quelle: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Lebensministerium Österreich, Fachverband der Lebensmittelindustrie, Europäische Union, aid infodienst Verbraucherschutz/Ernährung/Landwirtschaft, <a title="Link zu was wir essen" href="http://www.waswiressen.de">www.waswiressen.de</a> Foto: Alterfalter &#8211; <a title="Link zu Fotolia" href="http://www.fotolia.de">Fotolia.com</a>.</p>
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		<title>Die Dorfglocke hat ein neues Zuhause</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 18:55:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>conzole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus den Gemeinden]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Dorfglocke in Ebersbach wurde von den Bauersleuten Johann und Kunigunda Zöllner, „Friedlasbauern”, Ebersbach, gestiftet, die Urgroßeltern von Anton Zöllner, dem jetzigen Besitzer. Die Glocke wurde 1865 in Bamberg von der Gießerei Lotter gegossen und trägt den Namen „St. Marie ora pro nobis”. Die Glocke hatte ihren Platz bis 1938 auf dem Dach des Gemeindehauses, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Dorfglocke in Ebersbach wurde von den Bauersleuten Johann und Kunigunda Zöllner, „Friedlasbauern”, Ebersbach, gestiftet, die Urgroßeltern von Anton Zöllner, dem jetzigen Besitzer. Die Glocke wurde 1865 in Bamberg von der Gießerei Lotter gegossen und trägt den Namen „St. Marie ora pro nobis”. Die Glocke hatte ihren Platz bis 1938 auf dem Dach des Gemeindehauses, das in der Nähe des alten Feuerwehrhauses stand. Im ersten Weltkrieg wurde die Glocke, wie viele andere Glocken auch, zum einschmelzen für Geschosshülsen abgenommen und stand schon im Neunkirchener Bahnhof auf dem Güterwagen bereit zum Abtransport. Zwei Neunkirchener Bürger – Bischofs Steffer und ein Kollege – ließen diese und andere Glocken vom Güterwagen verschwinden und versteckten sie auf dem Beyerlein-Gelände. Somit blieben die Glocken vom Einschmelzen verschont.</p>
<p>Nach dem Krieg wurden die Glocken aus dem Versteck geholt und da bemerkten die Neunkirchner, dass sie nicht nur ihre eigenen Glocken, sondern auch die Ebersbacher Glocke gerettet hatten. So kam die Glocke wieder nach Ebersbach.</p>
<p>1938 riss man das alte Gemeindehaus ab und die Glocke fand auf dem alten Fachwerkhaus der früheren Stifterfamilie Zöllner neues Zuhause. Die Glocke musste drei Mal am Tag von Hand durch Anton oder seine Frau Rosa geläutet werden. Dies geschah auch, wenn in Ebersbach ein Bürger verstarb. Dieses Ehrenamt übten die Zöllners nun 60 Jahre aus. Da das alte Fachwerkhaus mittlerweile baufällig wurde und die Eheleute Zöllner im hohen Alter sind, äußerten sie den Wunsch: wenn ein neues Gemeinschaftshaus gebaut wird, die Glocke dort ein neues Zuhause finden solle</p>
<p>Am Dienstag, dem 23. August, wurde die Glocke durch die Ebersbacher Bürger Thomas Henneberger, Florian, Alfred Minderlein, Werner Wagner, Richard Zöllner, Jürgen Braun und Alois Albert abgenommen und am 24. August von der Firma „Bayreuther Turmuhren” abgeholt und dort mit einem neuen Klöppel und neuem Joch versehen.</p>
<p>Den neuen Glockenturm auf dem Dach des Gemeindehauses fertigten Thomas Henneberger, sein Sohn Lukas und Florian Minderlein an. Dieser wurde von Mitarbeitern der Firma „Bayreuther Turmuhren” auf Maßhaltigkeit überprüft und für sehr gut befunden. Das Eichenholz für den Turm wurde von Fritz Wieseckel gestiftet. Der Turm bekam ein Blechdach, das von Erich Wimmelbacher und Willi Heilmann, Schwager des Gemeinderates Willi Schmitt, eingeblecht wurde. Die Wetterfahne wurde unter der Regie Willi Schmitts von Herbert Gewald, Daniel Wimmelbacher und Torsten Walsdorff angefertigt.</p>
<p>Am Dienstag, dem 20. September, kam die Glocke aus Bayreuth zurück und wurde von einem Mitarbeiter der „Bayreuther Turmuhren” in den Turm eingebaut und mit einem elektrischen Geläut versehen. Mit einen Autokrahn der Firma Schatz aus Dechsendorf wurde der gesamte Glockenturm auf das Dach des Gemeinschaftshauses gehoben und dort von Thomas Henneberger, Florian Minderlein und Peter Müller verschraubt. Die elektrischen Leitungen wurden von Christian Schmitt und Rudolf Mehl installiert. Die Ebersbacher Bürger nahmen an diesem ehrwürdigen Ereignis rege teil.</p>
<p>Da die Kosten für den Glockenturm die Ebersbacher Dorfgemeinschaft aufkommen muss, sind uns Spenden sehr willkommen.</p>
<p>Alois Albert, Foto: SB.</p>
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		<title>Auf dem Weg ins Industriezeitalter</title>
		<link>http://www.schwabachbogen.de/leitartikel/auf-dem-weg-ins-industriezeitalter/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 18:52:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>conzole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leitartikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ausstellung im Stadtmuseum Erlangen Mit der Industrialisierung vollzog sich ein epochaler Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft. Das Maschinenzeitalter brachte nicht nur eine Vielzahl technischer Neuerungen wie die Dampfmaschine, die Eisenbahn und das Telefon, sondern auch tiefgreifende Veränderungen in der Produktionsweise, im Verkehrswesen sowie in den Lebensbedingungen der Menschen. Die Ausstellung zeichnet diese Entwicklungen unter einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ausstellung im Stadtmuseum Erlangen</strong></p>
<p>Mit der Industrialisierung vollzog sich ein epochaler Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft. Das Maschinenzeitalter brachte nicht nur eine Vielzahl technischer Neuerungen wie die Dampfmaschine, die Eisenbahn und das Telefon, sondern auch tiefgreifende Veränderungen in der Produktionsweise, im Verkehrswesen sowie in den Lebensbedingungen der Menschen.</p>
<p>Die Ausstellung zeichnet diese Entwicklungen unter einer stadtgeschichtlichen Perspektive nach. Der einführende Überblick macht deutlich, dass der Weg Erlangens ins Industriezeitalter mit dem Niedergang traditioneller Gewerbe begann und dass die Stadt auch während des Kaiserreichs keine reine Industriestadt war, sondern durch die Universität und Garnison mitgeprägt wurde.</p>
<p>Weitere Schwerpunkte sind der Kanal- und Eisenbahnbau, der Aufschwung der Brauereien, die Geschichte der ersten großen Fabriken und die Entstehung der Stadtwerke. Ein eigener Ausstellungsbereich ist der Arbeiterschaft und den Anfängen der Arbeiterbewegung gewidmet. Am Ende steht ein Blick auf die heutige Erlanger Industrie. Zu den herausragenden Exponaten zählen das Modell einer Dampflok der K. Bay. Staatsbahnen, der Tresor der Erichbrauerei und ein vollständiger Röntgenapparat von RGS.</p>
<p><strong>Eisenbahnbau</strong><br />
Die Eisenbahn gab der Industrialisierung entscheidende Anstöße. Sie erschloss neue Rohstoff- und Absatzmärkte und sicherte den Transport von Konsumgütern in die wachsenden Städte. Ihr Bedarf an Schienen, Lokomotiven und Eisenbahnwagen führte zum raschen Aufschwung der eisenerzeugenden und metallverarbeitenden Industrie. Zwar gab es in Erlangen kein Unternehmen, das von den Aufträgen der Bahn profitieren konnte, doch brachte der frühe Eisenbahnanschluss große Vorteile. Die Stadt lag an der Ludwigs-Süd-Nordbahn, deren erste Teilstrecke zwischen Nürnberg und Bamberg schon 1844 eröffnet wurde. Mit dem weiteren Ausbau der Linie konnte 1851 der durchgehende Verkehr München– Berlin aufgenommen werden. Die Anbindung an das Bahnnetz ermöglichte den Aufschwung der Exportbrauereien, die den Ruf Erlangens als Bierstadt begründeten.</p>
<p><strong>Fabriken</strong><br />
Um 1850 waren viele der einst blühenden Erlanger Manufakturen längst erloschen. Die Strumpfwirkerei, früher das Hauptgewerbe der Stadt, verfiel, weil sie den Anschluss an den technischen Fortschritt verloren hatte. So war das erste Großunternehmen, das Dampfkraft und modernste Arbeitsmaschinen anwendete, eine Neugründung – die Mechanische Baumwollspinnerei AG, die 1862 nahe der Eisenbahn errichtet wurde.</p>
<p>In den folgenden Jahrzehnten gingen weitere Unternehmen zur industriellen Produktionsweise über, sodass 1907 bereits ein Drittel aller gewerblich Beschäftigten in Großbetrieben arbeitete. Das innovativste von ihnen war die elektrotechnische Fabrik von Reiniger, Gebbert und Schall. Hervorgegangen aus einer kleinen mechanischen Werkstatt, konnte RGS im Bereich der Medizintechnik schon damals weltweiten Absatz erzielen.</p>
<p><strong>Gas, Wasser, Strom</strong><br />
Städtisches Leben ist heute ohne das weitverzweigte unterirdische Rohr- und Kabelnetz zur Energie- und Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Telekommunikation nicht mehr denkbar. In vorindustrieller Zeit bezogen die Einwohner dagegen das Trinkwasser noch aus öffentlichen oder privaten Brunnen, während das Abwasser durch Straßenrinnen beseitigt wurde. Öllaternen waren damals die einzige öffentliche Beleuchtung.</p>
<p>Das Einwohnerwachstum sowie die neu errichteten Fabriken, Universitätsinstitute und Kasernen machten Investitionen in die städtische Infrastruktur unumgänglich. Nach Errichtung des Gaswerks (1858) erfolgte unter Bürgermeister Schuh die grundlegende Modernisierung der Stadt (Kanalisation 1882, Schlachthof 1890, zentrale Wasserleitung 1891). Die öffentliche Stromversorgung begann 1902 mit Eröffnung des E-Werks.</p>
<p><strong>Arbeiterbewegung</strong><br />
Die Ausbreitung industrieller Arbeitsverhältnisse schuf auch die Basis für die Erlanger Arbeiterbewegung, die ab 1870/90 in Gewerkschaften und SPD selbstbewusst für materielle Sicherheit und soziale Akzeptanz kämpfte. Mit Sport- und Gesangvereinen, Konsum- und Baugenossenschaften, der „Freiwilligen Sanitätskolonne“ und dem „Weiblichen Bildungsverein“ bildete sich eine von Solidarität und Selbsthilfe geprägte Arbeiterkultur. Das Zentrum der Bewegung lag im Neubauviertel des „Stubenloh“ zwischen Wald- und Ringstraße.</p>
<p>Frühe Erfolge waren die Etablierung der städtischen Arbeitslosen- und Krankenfür-sorge, der Bau der Konsum-Zentrale und die städtische Beteiligung an Bauvorhaben der Baugenossenschaft, zudem 1908 die ersten Sitze für die SPD im Stadtrat. Der auf Integration bedachte Reformkurs gewann die Oberhand über den Klassenkampf.</p>
<p>Text, Bild: Stadtmuseum Erlangen, Baumwollspinnerei um 1900.</p>
<p>Stadtmuseum Erlangen,<br />
Martin-Luther-Platz 9, 91054 Erlangen,<br />
Telefon 0 91 31 / 86 24 08 – Anmeldung, <a title="Mail an Stadtmuseum Erlangen" href="mailto:stadtmuseum@stadt.erlangen.de">stadtmuseum@stadt.erlangen.de</a><br />
<a title="Link zu Stadtmuseum Erlangen" href="http://www.erlangen.de/stadtmuseum">www.erlangen.de/stadtmuseum</a></p>
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		<title>Glühbirne ade!</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Sep 2011 17:35:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>conzole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leitartikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach rund 130 Jahren ist das Aus für die herkömmliche Glühbirne in Europa besiegelt. EU-Experten einigten sich in Brüssel darauf, Glühbirnen wegen des hohen Stromverbrauchs stufenweise vom Markt zu nehmen. Ab dem 1. September 2012 soll es nur noch Energiesparbirnen in den Läden geben. Nach dem Beschluss des zuständigen EU-Ausschusses wurde am September 2009 zunächst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach rund 130 Jahren ist das Aus für die herkömmliche Glühbirne in Europa besiegelt. EU-Experten einigten sich in Brüssel darauf, Glühbirnen wegen des hohen Stromverbrauchs stufenweise vom Markt zu nehmen. Ab dem 1. September 2012 soll es nur noch Energiesparbirnen in den Läden geben.</p>
<p>Nach dem Beschluss des zuständigen EU-Ausschusses wurde am September 2009 zunächst der Verkauf aller matten Birnen sowie der von klaren Birnen mit 100 Watt Leistung untersagt. Ab September 2010 folgten klare 75-Watt-Birnen, ein Jahr darauf die 60- Watt-Leuchtkörper. Ab September 2012 werden dann die letzten 40- und 25-Watt-Birnen vom Markt genommen.</p>
<p>Sigmar Gabriel (SPD), damals Bundesumweltminister, sagte: „Dadurch könne der Stromverbrauch bei Haushaltslampen um mehr als ein Drittel gesenkt werden. Jeder Verbraucher ist gut beraten, auf effiziente Energiesparlampen zu setzen. Ein durchschnittlicher Haushalt kann damit laut EU im Jahr 50,– Euro sparen – der höhere Kaufpreis schon eingerechnet.”</p>
<p>Damit steht die 1879 von Thomas Edison erfundene Glühbirne in Europa vor dem Aus. Sie setzt nur fünf Prozent des Stroms in Licht um, der Rest verpufft als Wärme. Moderne Energiesparbirnen verbrauchen 65 bis 80 Prozent weniger und halten sechsmal länger. Mit der Umstellung auf Energiesparbirnen will die EU dem Beispiel von Australien und Kalifornien folgen und zur Erfüllung ihrer Klimaziele beitragen.</p>
<p>Der Spiegel schrieb im August 2009: In Europa endet die Zeit der Glühbirnen – doch was von der EU als Maßnahme zum Wohl von Verbraucher und Umwelt verkauft wird, hat Nachteile: Die neuen Energiesparlampen halten oft nicht, was sie versprechen – und können sogar zum Gesundheitsrisiko werden.</p>
<p>Über Energiesparlampen gibt es jede Menge Zahlen: Sie halten mehr als doppelt so lange wie herkömmliche Birnen, sie sind genauso hell und tragen zur Gesundung der Umwelt bei. Das Problem ist: Nichts davon stimmt so richtig. Trotzdem aber soll der Energiesparlampe die Zukunft gehören.</p>
<p><strong>Die Glühlampe hat ausgedient</strong><br />
Verfügt hat das Verbot die EU-Energiekommission – vor allem auf Druck der deutschen Bundesregierung. Die Europäer sollen Energie sparen. Weil sie das – offensichtlich – nicht freiwillig tun, maßregelt die Brüsseler Kommission ihre Bürger, indem sie nach und nach sämtliche Glühlampen verbietet. Ab September 2012 soll ganz Europa glühlampenfreie Zone sein.</p>
<p>„Die Verbraucher denken nicht langfristig”, so die EU-Kommission. „Sie bezahlen im Supermarkt doch lieber einen Euro für eine Glühlampe anstatt sechs für eine Energiesparlampe, obgleich sie das am Ende fünfzig Euro mehr an Strom kostet! Und weil der Markt so etwas nicht von selbst regelt, mussten wir eine Verordnung erlassen. Damit stellen wir sicher, dass alle Lampen vom Markt verschwinden, die zu viel Energie verbrauchen.”</p>
<p>Doch tatsächlich schießt die EU dabei mit Kanonen auf Spatzen. Denn die Kosten für Beleuchtung machen gerade mal 1,5 Prozent des Energiebedarfs eines privaten Haushalts aus – selbst mit den energieuneffizienten Glühbirnen, die jetzt verbannt werden.</p>
<p>95 Prozent der Energie einer Glühlampe gingen in die Wärme, nur fünf Prozent ins Licht, begründet die EU-Kommission ihr Verbot. Doch was sind die Alternativen? Halogenlampen? Mit denen lassen sich 30 Prozent Energie sparen. Aber 2016 werden auch sie verboten. Weil sie wie die Glühlampen mehr Hitze als Licht erzeugen. LEDs, Licht emittierende Dioden? Die sind vielleicht die Leuchtmittel der Zukunft, aber längst noch nicht massentauglich und viel zu teuer. Bleiben noch die Kompaktleuchtstofflampen, besser bekannt als Energiesparlampen. Die sind vergleichsweise preisgünstig und nach Herstellerangaben um 80 Prozent sparsamer als Glühlampen. Also offensichtlich der adäquate Ersatz für die gute alte Glühlampe.</p>
<p><strong>Nutzung ist umstritten</strong><br />
Doch der Schein trügt. Denn ihr Nutzwert ist mehr als umstritten. Energiesparlampen seien tickende Zeitbomben, warnen Umweltschützer. Eine Gefahr für Gesundheit und Umwelt. Die Einsparpotentiale seien weit geringer als allgemein angegeben und in der politischen Diskussion angeführt. Nie und nimmer ließen sich 80 Prozent Energie einsparen, wie die Konzerne behaupten.</p>
<p>Glühlampen lassen sich problemlos entsorgen – bei Energiesparlampen ist das anders, die enthalten das hochgiftige Umweltgift Quecksilber. Das hat die EU zwar seit April in anderen Geräten, die im Haushalt verwendet werden, verboten, in Fieberthermometern oder in Barometern zum Beispiel, aber in der Sparlampe ist es weiter erlaubt. Höchstens fünf Milligramm dürfen in einer Kompaktleuchtstofflampe verwendet werden, doch die Realität sieht anders aus: diese Grenzwerte werden häufig überschritten – vor allem in Billigimporten aus China.</p>
<p>Was passiert, wenn so eine Lampe im Haushalt zu Boden fällt und zerbricht? „Eigentlich müsste dann sofort die Umweltpolizei alarmiert werden”, mahnt Gary Zörner von Institut für chemische Analytik in Delmenhorst. „Denn das hochgiftige Quecksilber ist unsichtbar, verteilt sich in der Luft und kann verheerende Wirkungen nach sich ziehen.” „Nicht die Glühlampe, sondern die Energiesparlampe sollte verboten werden”, so der Spiegel weiter.</p>
<p><strong>Die wichtigsten Verbraucher-Tipps rund um den Lampenkauf lauten:</strong></p>
<ol>
<li>An Lumen-, nicht an Wattangaben orientieren: Die Lumenangabe steht für die Helligkeit einer Lampe. Eine normale Standard-60-Watt-Glühbirne hat zum Beispiel 710 Lumen. Die Werte sind in der Regel auf der Verpackung angegeben.</li>
<li>Den richtigen Ton treffen: Energiesparlampen gibt es in verschiedenen Lichtfarben. Die Lichtfarbe wird in Kelvin angegeben. Egal ob warmweißes Licht (rund 2.700 Kelvin) für eine gemütliche Wohnatmosphäre oder ein Tageslichtweiß (rund 6.000 Kelvin) für den Arbeitsplatz – Energiesparlampen gibt es für jede Stimmung. Die Werte sollten in der Regel auf der Verpackung zu finden sein.</li>
<li>Die passende Lampe für die richtige Leuchte: Bei geschlossenen Leuchten eignen sich – wegen der größeren Lichtausbeute – Energiesparlampen mit sichtbaren Röhren ohne Ummantelung. Diese sehen in etwa aus wie gefaltete Mini-„Neonröhren”. Bei offenen Leuchten reicht die Palette von der klassischen Birnen- oder Tropfenform bis zur Kerze für den Kronleuchter. Auch hier hilft der Handel bei der richtigen Auswahl.</li>
<li>Ausgediente Energiesparlampen gehören nicht in den Hausmüll: Wegen des Schadstoffes Quecksilber, dürfen Energiesparlampen nicht in den Hausmüll und nicht in den Glascontainer. Sie müssen – wie alte Batterien – gesondert entsorgt werden. Weitere Informationen zur Entsorgung gibt es bei der Abfallberatung vor Ort. Auch vorbildliche Händler nehmen alte Energiesparlampen zurück. Etwa beim Kauf einer neuen Lampe.</li>
</ol>
<p><strong>Die Glühbirne als Heizung</strong><br />
In ganz Europa sind Glühbirnen mit mehr als 60 Watt verboten, nur ein Ingenieur leistet Widerstand: Er verkauft die Birne als „Heatball”. Seine Kleinheizgeräte finden reißenden Absatz und leuchten nebenbei. Heatballs sind technisch der klassischen Glühbirne sehr ähnlich, nur dass sie nicht zur Beleuchtung gedacht sind, sondern zum Heizen. Ein Heatball passt in jede herkommliche E27-Fassung.</p>
<p>Der „Hitzeball” sei keine Lampe, sondern eine Heizung, beteuert Siegfried Rotthäuser. „Die Leuchtwirkung während des Heizvorgangs ist produktionstechnisch bedingt und völlig unbedenklich”, erklärt der 49 Jahre alte promovierte Maschinenbauingenieur. Sein Gerät produziere zu 95 Prozent Wärme.</p>
<p>Auf seiner Website erläutert Siegfried Rotthäuser die bestimmungsgemäße Verwendung von Heatballs. Dass ein „Heatball” keine Lampe ist, ergibt sich aus der Begriffsbestimmung in der EU-Verordnung. Dort heißt es: „Lampe“” bezeichnet eine Einrichtung zur Erzeugung von (in der Regel sichtbarem) Licht; darin eingeschlossen sind alle zusätzlichen Einrichtungen für ihre Zündung, Stromversorgung und Stabilisierung oder für die Verteilung, Filterung oder Umwandlung des Lichts, sofern diese Einrichtungen nicht entfernt werden können, ohne dass die Einheit dauerhaft beschädigt wird.</p>
<p>Echte Heatballs sind zum Heizen und damit keine Lampe, das erkennen Sie am Glasaufdruck. Und Vorsicht: Heatballs haben im Betrieb und kurz nach dem Ausschalten eine heiße Oberfläche!</p>
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		<title>Gefahr im Tennenloher Forst</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 16:33:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>conzole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus den Landratsämtern]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus aktuellem Anlass warnt das Landratsamt Erlangen-Höchstadt Radfahrer und Fußgänger im Tennenloher Forst davor, die befestigten Wege zu verlassen. Das Naturschutzgebiet Tennenloher Forst wurde von Wehrmacht und später von amerikanischen Truppen als Militärübungsplatz genutzt. Noch heute findet sich Sprengmunition im Boden. Das Landratsamt weist daher darauf hin, dass das Betreten des Geländes außerhalb der gekennzeichneten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus aktuellem Anlass warnt das Landratsamt Erlangen-Höchstadt Radfahrer und Fußgänger im Tennenloher Forst davor, die befestigten Wege zu verlassen.</p>
<p>Das Naturschutzgebiet Tennenloher Forst wurde von Wehrmacht und später von amerikanischen Truppen als Militärübungsplatz genutzt. Noch heute findet sich Sprengmunition im Boden.</p>
<p>Das Landratsamt weist daher darauf hin, dass das Betreten des Geländes außerhalb der gekennzeichneten Pfade lebensgefährlich sein kann.</p>
<p>Das Radfahren und Gehen abseits der mit Schotter befestigten Wege sei nicht zulässig und könne mit Bußgeld belegt werden. Insbesondere auf dem Pfad entlang des Geheges komme es immer wieder zu Konfliktsituationen von Radfahrern und Spaziergängern.<br />
Mit dem erweiterten Wildpferdegehege ist ein neuer Überstieg im Naturschutzgebiet gebaut worden. Damit steht Spaziergängern im Tennenloher Forst ein neuer und gefahrlos begehbarer Pfad entlang des Zaunes zur Verfügung. Naturinteressierte können dort von verschiedenen Stellen aus die im Wald beheimateten Przewalskipferde sowie unterschiedliche Lebensräume mit seltenen Pflanzen und Tieren beobachten.</p>
<p>Das Landratsamt macht darauf aufmerksam, dass Radfahren und Spaziergänger auch im gesamten Sebalder Reichswald die sicheren Wege nutzen sollen.</p>
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		<title>Legale Graffiti-Aktion in Uttenreuth</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 16:27:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>conzole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus den Gemeinden]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Donnerstag, dem 18. August, wurde im Rahmen einer Gestaltungsaktion des Jugendtreffs Uttenreuth die alte, nicht im Betrieb stehende Bushaltestelle an der Erlanger Straße von einigen Jugendlichen – nach Genehmigung durch den Bürgermeister und unter der Anleitung durch den Nachwuchskünstler Matthias Meissen (Blok) – neu gestaltet. Das alte Bushäuschen war seit langer Zeit schon mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Donnerstag, dem 18. August, wurde im Rahmen einer Gestaltungsaktion des Jugendtreffs Uttenreuth die alte, nicht im Betrieb stehende Bushaltestelle an der Erlanger Straße von einigen Jugendlichen – nach Genehmigung durch den Bürgermeister und unter der Anleitung durch den Nachwuchskünstler Matthias Meissen (Blok) – neu gestaltet. Das alte Bushäuschen war seit langer Zeit schon mit einzelnen Schmierereien versehen, nun macht es nach der Aktion einen freundlichen, peppigen Eindruck, und das Beste ist, dass die Jugendlichen selbst dazu beitragen konnten, ihr Umfeld in kreativer Art und Weise mit zu gestalten.</p>
<p>Thomas Schönfelder, Foto: privat.</p>
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		<title>Flächenfraß? Nein danke!</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 16:18:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>conzole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus den Gemeinden]]></category>

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		<description><![CDATA[Bürgerforum Dormitz und Bund Naturschutz protestierten gegen die geplante Ortsumfahrung Bei einer Aktion gegen den geplanten Neubau der Staatsstraße 2240 als Ortsumfahrung von Dormitz machten VertreterInnen der Wählervereinigung „Bürgerforum Dormitz” und des Bundes Naturschutz am 16. August mit einer spektakulären Aktion auf den anhaltenden Flächenverbrauch und die Landschaftsverschandelung in Bayern aufmerksam. Die Akteure bedeckten eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bürgerforum Dormitz und Bund Naturschutz protestierten gegen die geplante Ortsumfahrung </strong></p>
<p>Bei einer Aktion gegen den geplanten Neubau der Staatsstraße 2240 als Ortsumfahrung von Dormitz machten VertreterInnen der Wählervereinigung „Bürgerforum Dormitz” und des Bundes Naturschutz am 16. August mit einer spektakulären Aktion auf den anhaltenden Flächenverbrauch und die Landschaftsverschandelung in Bayern aufmerksam. Die Akteure bedeckten eine landwirtschaftliche Nutzfläche in drei Minuten mit 300 qm weißer Folie. Das entspricht dem ruinösen Flächenverbrauch in Bayern für Siedlungs- und Verkehrszwecke von über 100 qm in einer Minute, Tag und Nacht. Allein in Bayern werden so täglich 16,4 Hektar (22 Fußballfelder) zumeist landwirtschaftlich nutzbarerer Boden überbaut.</p>
<p>Die für Dormitz geplante Ortsumfahrung soll nach Angaben des Staatlichen Bauamtes 1,9 km lang sein und zwei Brückenbauwerke, Dämme bis zu 4,50 m Höhe und tiefe Landschaftseinschnitte aufweisen. Sie wird – ohne Lärmschutzkosten – mit mindestens 9,21 Mio Euro angesetzt. Für das Projekt werden insgesamt 15,13 Hektar veranschlagt. Hier drohen eine gigantische Landschaftszerschneidung für Fauna und Flora und Versperrung der Zugänge in die freien Naherholungsgebiete. „Der Lebensraum an dem uralten Eichenbestand mit seinen seltenen Fledermausarten sowie wertvolle Streuobstbestände mit EU-weit geschützten Vogelarten würde vernichtet”, so Bernhard Birnfeld, 1. Vorsitzender der BN Ortsgruppe Neunkirchen u.U. „Unbekümmert plant man überdies noch ein 4,2 Hektar großes Gewerbegebiet, total unverhältnismäßig zur Einwohnerzahl. Und dies bei ungenutzten Gewerbegebiets-Brachen von bayernweit 13.000 Hektar”, so Tom Konopka, oberfränkischer BN-Regionalreferent. „Wir appellieren an die Bayerische Staatsregierung mit ihrem Staatlichen Bauamt in Bamberg und die Regierung von Oberfranken, der Verschandelung unserer Heimat nicht durch solche Planungen Vorschub zu leisten. Wir bestreiten nicht, dass die Ortsdurchfahrt von Dormitz belastet ist, die Belastung lässt sich aber klüger reduzieren. Dies ist auch schon angesichts des Klimawandels nötig.” Heinrich Kattenbeck, 1. Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Forchheim: „Es gilt verbliebene Naturlebensräume nicht weiter zu schmälern; wir stehen aber auch hier, um Bayerns Schönheit, unsere fränkische Kulturlandschaft und unsere Naherholungsgebiete zu bewahren.”</p>
<p>Die nach der Aktion vom Dormitzer Bürgermeister Schmitt gegenüber der Presse genannten Zahlen von 12.000 Kfz täglich durch Dormitz entsprechen nicht der tatsächlich aktuellen Entwicklung. Fakt ist: Die staatliche Dauerzählstelle 9633 in Uttenreuth weist im Vergleich des Wertes aus der bundesweiten Straßenverkehrszählung 2005 (12.572 DTV) in gleichen Messperioden April bis September des Jahre 2010 eine Abnahme von über 15% aus. Einzelne Monatswerte, so ein Vergleich  in den 1. Quartalen 2010 und 2009 zeigen Rückgänge um 13% und dass dort innerhalb von 24 Std. nur noch 9157 Kfz unterwegs waren. Hieraus leitet sich auch für Dormitz kein Anstieg ab und insbesondere bleiben Prognosen im Auftrag Staatlicher Bauämter, die zuvor gerne nochmals 20 – 30% aufsattelten, heute eher realistisch und sprechen vom „Nullwachstum” am Rand des Ballungsraums. Das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung errechnet bis ins Jahr 2029 einen Rückgang der Bevölkerung im Landkreis Forchheim um 2,7%, was für derartiges Grundlage ist. Alleine in Neunkirchen werden im Jahr 2029 ca. 2200 Bürger über 65 Jahre alt sein, derzeit sind es 1560 Personen, was eine weitere Abnahme der morgen- und abendlichen Verkehrsspitzen bedeutet.</p>
<p>Karin Weber vom Bürgerforum Dormitz stellt die Frage: „Wer soll also diese vielen Straßen unterhalten?” Schon jetzt wird über Zusatzbeiträge diskutiert und der Bayerische Oberste Rechnungshof ruft immer lauter nach einer Mittelumschichtung hin zum Straßenerhalt. Die Bevölkerung wird älter, die Steuerzahler und Autofahrer werden immer weniger. Benötigt wird ein leistungsstarkes, attraktives und günstiges Verkehrssystem und das ist und kann längerfristig gedacht nur eine moderne Stadt-Umland-Bahn sein. Viele Städte haben es bereits vorgemacht. Die 9,21 Mio Euro, die die Umfahrung kosten würde, wären sinnvoller in den Umbau der bestehenden Hauptstraße investiert, um die Anlieger zu entlasten:</p>
<ol>
<li>Verengung der Straße nach den Richtlinien der Straßenausbausatzung – 9000 Kfz/pro Tag machen dies möglich – sowie eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h, das dauert 2 min länger durch den Ort, aber entlastet die Anwohner.</li>
<li>Abmarkierung eines Fahrradweges, Parkbuchten und mehreren kindgerechten Querungshilfen auf dem gesamten Verlauf der Hauptstraße</li>
<li>Ausstattung der Fahrbahn mit Schall absorbierenden Belägen</li>
</ol>
<p>Wenn die im Staatsbesitz befindliche Hauptstraße nicht jetzt rückgebaut wird, steht zu befürchten, dass eine solche Maßnahme später vollständig zu Lasten der Anlieger umgelegt werden muss und wegen knapper Haushalte nicht mehr über die Städtebauförderung finanziert werden kann. Bereits 2011 wurden die Mittel vom Freistaat für Dormitz gestrichen. Alternativ würde die Straße so bleiben wie sie ist: eine Rennbahn durch Dormitz!</p>
<p>Laut Staatlichem Bauamt soll aufgrund von rund 260 eingegangenen Einwendungen gegen diesen Straßenbau ein erneutes Planfeststellungsverfahren noch im Jahr 2011 eingeleitet werden. Hierbei wird der Bund Naturschutz alle ihm verfügbaren Mittel einsetzen, um das unnötige und obendrein noch belastende Straßenprojekt zu stoppen.</p>
<p>Text BN, Foto: Privat</p>
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		<item>
		<title>Zauber einer Landschaft</title>
		<link>http://www.schwabachbogen.de/leitartikel/zauber-einer-landschaft/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 15:50:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>conzole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leitartikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Buch zum Träumen und Spazierengehen Die Landschaftsmalerei gilt als eine der frühesten Formen einer künstlerischen Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Umwelt. Sie umfasst die Darstellung von Naturausschnitten ebenso wie den von Menschenhand bestimmten Kulturraum. Die „Landschaftsmalerei” mit einem lichtempfindlichen Medium begann dagegen erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts Die erste Fotografie wurde 1826 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Buch zum Träumen und Spazierengehen</strong></p>
<p>Die Landschaftsmalerei gilt als eine der frühesten Formen einer künstlerischen Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Umwelt. Sie umfasst die Darstellung von Naturausschnitten ebenso wie den von Menschenhand bestimmten Kulturraum. Die „Landschaftsmalerei” mit einem lichtempfindlichen Medium begann dagegen erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts</p>
<p>Die erste Fotografie wurde 1826 durch Joseph Nicéphore Nièpce im Heliografie-Verfahren angefertigt. 1837 benutzte Louis Jacques Mandé Daguerre ein besseres Verfahren, das auf der Entwicklung der Fotos mit Hilfe von Quecksilber-Dämpfen und anschließender Fixierung in einer heißen Kochsalzlösung oder einer normal temperierten Natriumthiosulfatlösung beruhte. Die auf diese Weise hergestellten Bilder, allesamt Unikate auf versilberten Kupferplatten, wurden als Daguerreotypien bezeichnet. Bereits 1835 hatte der Engländer William Fox Talbot das Negativ-Positiv-Verfahren erfunden. Auch heute werden noch manche der historischen Verfahren als Edeldruckverfahren in der Bildenden Kunst und künstlerischen Fotografie verwendet. Soviel zur Technik der Malerei mit Negativ, Positiv und Pixel.</p>
<p>Schon in Texten des 19. Jahrhunderts wurde auf den Kunstcharakter der Fotografie hingewiesen, der mit einem ähnlichen Einsatz der Technik wie bei anderen anerkannten zeitgenössische grafische Verfahren (Aquatinta, Radierung, Lithografie, &#8230;) begründet wird. Damit wird die Fotografie in den Adelstand der künstlerischen Verfahren erhoben, mit dem ein Fotograf eigene Bildwirklichkeiten erschafft. Wie die Malerei setzt sich auch die Landschaftsfotografie mit der Abbildung der belebten und unbelebten Umwelt des Menschen auseinander. Sie steht in einem engen Zusammenhang mit der Naturfotografie, der Architekturfotografie, aber auch der Stilllebenfotografie – wenn sich die Betrachtungsräume einer gestalteten Umgebung annähern.</p>
<p>Ihre Pioniere, im 19. Jahrhundert Hermann Krone, im 20. Jahrhundert Ansel Adams, suchten die vom Menschen nicht beeinträchtigte Umwelt zum Mittelpunkt ihrer Arbeit zu machen. Ihr Ziel war die möglichst „naturgetreue” Abbildung. Seit dieser Phase hat sich die Landschaftsfotografie in viele Richtungen entwickelt und die menschliche Intervention in die Landschaft wurde als bestimmendes Element aufgegriffen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-299" title="Zauber einer Landschaft - Der Landkreis Forchheim" src="http://www.schwabachbogen.de/wp-content/uploads/2011/09/neideck.jpg" alt="Zauber einer Landschaft - Der Landkreis Forchheim" width="400" height="311" /></p>
<p>Wirklich gute Landschaftsfotos sprechen unser Gefühl für Ästhetik an und nehmen uns mit an den Ort, den sie zeigen. Diesen Weg, ein schmaler Grat zwischen Kitsch und Kommerz, hat Herbert Liedel mit seinen einfühlsamen Bildern elegant genommen. Herbert Liedel, Jahrgang 1949, Nürnberger von Geburt – deshalb wohl die Affinität zur fränkischen Landschaft, Diplom-Sozialwirt, bekannter Sport- und Landschaftsfotograf und Filmemacher sowie Autor zahlreicher Bildbände, Kalender und Filme mit Schwerpunkt „Franken”, entführt in die zauberhafte Landschaft des Landkreises Forchheim, in der die Zeit stillzustehen scheint. „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort”, so kann man die Arbeit Herbert Liedels am besten definieren. Sein Gefühl für den richtigen Zeitpunkt und den richtigen Standort zeichnet diesen Lichtbildner aus. Es ist ihm gelungen, die Betrachter des Buches in eine Landschaft zu entführen, die man zu kennen glaubt, aber die durch seine Bilder ganz neue Perspektiven eröffnet. Die Stadt Forchheim, das Walberla, das Wiesenttal oder die „Brauchtumsinsel Effeltrich”, sind nur einige Stationen, die uns Herbert Liedel neu entdecken lässt.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-302" title="Zauber einer Landschaft - Der Landkreis Forchheim" src="http://www.schwabachbogen.de/wp-content/uploads/2011/09/kersbach.jpg" alt="Zauber einer Landschaft - Der Landkreis Forchheim" width="255" height="316" /></p>
<p>Die Grafik-Designerin Hannelore Liedel – Herbert Liedels Frau, gestaltet seit über 30 Jahren die Buchveröffentlichungen und Fotoausstellungen ihres Mannes – hat die Bilder gekonnt in Szene Gesetz. Ein unaufgeregtes Layout und eine ausgewogene Typographie geben den Bildern den Raum, den sie brauchen um sich entfalten zu können.</p>
<p>Mit den lebendigen Texten von Thomas Huth, die von der Geschichte hinter den Bildern erzählen, ist das Buch eine sinnliche und sinnreiche Reise durch den Landkreis Forchheim.</p>
<p>Übrigens, Weihnachten ist nicht mehr weit und kommt immer so plötzlich. Der Bildband „Zauber einer Landschaft”, ein schönes Weihnachtsgeschenk, wurde vom Elmar Hahn Verlag in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Forchheim erstellt. Auf 136 Seiten wird ein Überblick über den Landkreis Forchheim mit seinen Gemeinden und deren Schönheiten gegeben. Der Bildband kostet in den Buchhandlungen 24,90 Euro. ISBN 978-3928-645867</p>
<p>Fotos: SB (1), H. Liedel (2)</p>
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