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Die Dorfglocke hat ein neues Zuhause
Die Dorfglocke in Ebersbach wurde von den Bauersleuten Johann und Kunigunda Zöllner, „Friedlasbauern”, Ebersbach, gestiftet, die Urgroßeltern von Anton Zöllner, dem jetzigen Besitzer. Die Glocke wurde 1865 in Bamberg von der Gießerei Lotter gegossen und trägt den Namen „St. Marie ora pro nobis”. Die Glocke hatte ihren Platz bis 1938 auf dem Dach des Gemeindehauses, das in der Nähe des alten Feuerwehrhauses stand. Im ersten Weltkrieg wurde die Glocke, wie viele andere Glocken auch, zum einschmelzen für Geschosshülsen abgenommen und stand schon im Neunkirchener Bahnhof auf dem Güterwagen bereit zum Abtransport. Zwei Neunkirchener Bürger – Bischofs Steffer und ein Kollege – ließen diese und andere Glocken vom Güterwagen verschwinden und versteckten sie auf dem Beyerlein-Gelände. Somit blieben die Glocken vom Einschmelzen verschont.
Nach dem Krieg wurden die Glocken aus dem Versteck geholt und da bemerkten die Neunkirchner, dass sie nicht nur ihre eigenen Glocken, sondern auch die Ebersbacher Glocke gerettet hatten. So kam die Glocke wieder nach Ebersbach.
1938 riss man das alte Gemeindehaus ab und die Glocke fand auf dem alten Fachwerkhaus der früheren Stifterfamilie Zöllner neues Zuhause. Die Glocke musste drei Mal am Tag von Hand durch Anton oder seine Frau Rosa geläutet werden. Dies geschah auch, wenn in Ebersbach ein Bürger verstarb. Dieses Ehrenamt übten die Zöllners nun 60 Jahre aus. Da das alte Fachwerkhaus mittlerweile baufällig wurde und die Eheleute Zöllner im hohen Alter sind, äußerten sie den Wunsch: wenn ein neues Gemeinschaftshaus gebaut wird, die Glocke dort ein neues Zuhause finden solle
Am Dienstag, dem 23. August, wurde die Glocke durch die Ebersbacher Bürger Thomas Henneberger, Florian, Alfred Minderlein, Werner Wagner, Richard Zöllner, Jürgen Braun und Alois Albert abgenommen und am 24. August von der Firma „Bayreuther Turmuhren” abgeholt und dort mit einem neuen Klöppel und neuem Joch versehen.
Den neuen Glockenturm auf dem Dach des Gemeindehauses fertigten Thomas Henneberger, sein Sohn Lukas und Florian Minderlein an. Dieser wurde von Mitarbeitern der Firma „Bayreuther Turmuhren” auf Maßhaltigkeit überprüft und für sehr gut befunden. Das Eichenholz für den Turm wurde von Fritz Wieseckel gestiftet. Der Turm bekam ein Blechdach, das von Erich Wimmelbacher und Willi Heilmann, Schwager des Gemeinderates Willi Schmitt, eingeblecht wurde. Die Wetterfahne wurde unter der Regie Willi Schmitts von Herbert Gewald, Daniel Wimmelbacher und Torsten Walsdorff angefertigt.
Am Dienstag, dem 20. September, kam die Glocke aus Bayreuth zurück und wurde von einem Mitarbeiter der „Bayreuther Turmuhren” in den Turm eingebaut und mit einem elektrischen Geläut versehen. Mit einen Autokrahn der Firma Schatz aus Dechsendorf wurde der gesamte Glockenturm auf das Dach des Gemeinschaftshauses gehoben und dort von Thomas Henneberger, Florian Minderlein und Peter Müller verschraubt. Die elektrischen Leitungen wurden von Christian Schmitt und Rudolf Mehl installiert. Die Ebersbacher Bürger nahmen an diesem ehrwürdigen Ereignis rege teil.
Da die Kosten für den Glockenturm die Ebersbacher Dorfgemeinschaft aufkommen muss, sind uns Spenden sehr willkommen.
Alois Albert, Foto: SB.














